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Das Spenden auf dem Weg Allahs und die Sadaqat al-Fitr

06. März 2026

Verehrte Muslime!

In unserer heutigen Hutbe geht es um die Tugend des „Infāq”, des Gebens auf dem Weg Allahs, sowie um die Sadaqat al-Fitr.

„Infāq” bedeutet, dass wir von dem Besitz, den Möglichkeiten, der Zeit und dem Wissen, die Allah Taʿālā uns anvertraut hat, um Seinetwillen ausgeben bzw. sie Seinetwillen einsetzen. Es ist nicht nur eine Ibādā der Reichen, sondern eine Pflicht für alle, die dazu in der Lage sind. Selbst ein Lächeln, freundliche Worte oder die Vermittlung von Wissen gehören dazu.

Im heiligen Koran ermutigt Allah Taʿālā dazu und verkündet den Gebern folgende frohe Botschaft: „Das Gleichnis derer, die ihren Besitz auf dem Weg Allahs ausgeben, ist wie das Gleichnis eines Saatkorns, dass sieben Ähren wachsen lässt, in jeder Ähre hundert Körner. Allah vervielfacht, wem Er will. Und Allah ist Allumfassend und Allwissend.” (al-Baqara, 2:261)

Dieser Koranvers beschreibt den Segen des Gebens. Ein anderer Ayat betont die Tugend des Gebens wider Willen des Egos wie folgt: „Ihr werdet die Güte nicht erreichen, bis ihr nicht von dem ausgebt, was euch lieb ist. Und was immer ihr ausgebt, so weiß Allah darüber Bescheid.” (Āl-Imrān, 3:92)

Eines der Dinge, die der Nafs, dem Ego, am schwersten fallen, ist das Ausgeben auf dem Weg Allahs. Während das Ego Ausgaben für die eigenen Wünsche genießt, fühlt es sich beim Ausgeben auf dem Weg Allahs unwohl und flößt den Menschen Angst vor Armut und Verlust ein. Allah Taʿālā versichert jedoch, dass das Ausgeben auf Seinem Weg das Vermögen niemals schmälert, sondern es ersetzt. Es heißt: „Und was immer ihr auch (auf dem Weg Allahs) ausgebt, Er wird es euch ersetzen. Und Er ist der beste Versorger.” (as-Saba 34:39)

Unser Prophet (s.a.w.) sagte in einem Hadith: „Die Sadaqa, das Spenden, vermindert das Vermögen nicht. Allah vermehrt das Ansehen dessen, der vergibt. Und Allah erhöht den, der (um Seinetwillen) bescheiden ist.“ (Muslim, al-Birr, 2588)

Aus den edlen Koranversen und Hadithen geht hervor, dass das Vermögen nicht schwindet, wenn man es auf dem Weg Allahs ausgibt. Was schwindet, ist unsere Gier, unser Egoismus und unsere Bindung an diese Welt. Spenden segnen das Vermögen und reinigen das Herz.

Spenden auf dem Weg Allahs sind nicht nur materielle Hilfe, sondern auch spirituelle Erziehung. Geiz ist ein Sumpf, der die menschliche Seele einengt, während Geben die Befreiung aus diesem Sumpf bedeutet.

Spenden bewahren die Reichen vor Hochmut und die Armen vor Erniedrigung. Anstatt Neid und Hass zu schüren, fördern sie Liebe und Brüderlichkeit.

Das irdische Leben ist vergänglich, das Jenseits hingegen ewig. Weder unser Besitz, unser sozialer Status noch unsere Titel werden uns ins Grab folgen oder unsere Gefährten im Jenseits sein. Dort werden uns unser Iman, unsere rechtschaffenen Taten und das, was wir auf dem Weg Allahs ausgegeben haben, begleiten.

Liebe Muslime! Eine wichtige Pflicht, die wir im gesegneten Monat Ramadan erfüllen müssen, ist die Sadaqat al-Fitr. Diese Spende ist für jeden Muslim Pflicht, der das Ende des Monats Ramadan erreicht hat und über ein Vermögen verfügt, das nach Abzug der Grundbedürfnisse den Nisab-Wert erreicht. Sie muss für einen selbst sowie für die minderjährigen Kinder, für die man unterhaltspflichtig ist, entrichtet werden.

Die Fitr-Spende ist ein Mittel, das zur Annahme unseres Fastens durch Allah Taʿālā führt, uns vor der Heftigkeit und den Schrecken des Todes sowie den Qualen im Grab bewahrt.

Unser Prophet (s.a.w.) wies auf diese Tatsache wie folgt hin: „(Das Fasten) im Monat Ramadan hängt zwischen dem Himmel und der Erde und wird nur durch die Sadaqat al-Fitr zu Allah erhoben.” (Fayd al-Qadīr, Hadithnr. 4905)

Die Sadaqat al-Fitr ist ab dem ersten Tag des Ramadanfestes mit der Morgendämmerung Pflicht. Es ist jedoch besser, sie früher zu entrichten, damit die Armen noch vor dem Fest ihre Bedürfnisse befriedigen können. Sollte die Sadaqat al-Fitr nicht rechtzeitig vor dem Festgebet entrichtet werden, so verjährt diese Schuld dennoch nicht. Sie muss auf jeden Fall beglichen werden.

Liebe Muslime! In diesen Tagen, in denen sich der gesegnete Monat Ramadan dem Ende zuneigt, sollten wir so schnell wie möglich unsere Zakat, Sadaqat al-Fitr und andere finanzielle Verpflichtungen berechnen und begleichen, um unserer Verantwortung nachzukommen.