Gehorsam gegenüber Allah Taʿālā und Seinem Gesandten
14. Ağustos 2026
Verehrte Muslime!
Unsere heutige Hutbe handelt vom Gehorsam gegenüber Allah Taʿālā und Seinem Gesandten.
Der Gehorsam gegenüber Allah Taʿālā und Seinem Gesandten ist eine Voraussetzung des Glaubens. Der Mensch gehorcht dem, den er liebt. Denn der Mensch liebt, so wie er glaubt. Imam Schāfiʿī (rah.) brachte diese Tatsache wie folgt zum Ausdruck: „Du widersetzt dich Allah, während du vorgibst, Ihn zu lieben. Das ist, nach den Regeln der Logik unerhört. Wäre deine Liebe aufrichtig, würdest du Ihm gehorchen. Denn wer liebt, gehorcht dem, den er liebt.“
Die meisten Formen des Gehorsams in dieser Welt beruhen meist auf Angst oder Zwang. Der Gehorsam gegenüber Allah Taʿālā basiert hingegen nicht auf Zwang, sondern auf Liebe. Denn jeder Mensch besitzt die Willens- und Entscheidungsfreiheit.
Wer seinen Verstand benutzt, wird Allah erkennen, der ihn aus dem Nichts erschaffen und mit unzähligen Gaben wie Verstand, Gefühlen und Sinnesorganen ausgestattet hat. Dieser tiefe Glaube verwandelt sich zunächst in Liebe im Herzen und anschließend in freiwilligen Gehorsam in allen Lebensbereichen.
Das Ergebnis dieses Gehorsams kommt im folgenden Koranvers zum Ausdruck: „Dies sind Allahs Grenzen. Wer nun Allah und Seinem Gesandten gehorcht, den wird Er in Gärten eingehen lassen, durcheilt von Bächen, ewig darin zu bleiben; und das ist ein großartiger Erfolg. (an-Nisā, 4:13)
So wie es für Gehorsam eine Belohnung gibt, so hat auch der Ungehorsam seine Konsequenzen. Diese erfahren wir aus dem unmittelbar darauf folgenden Ayat: „Wer sich aber Allah und Seinem Gesandten widersetzt und Seine Grenzen überschreitet, den lässt Er in ein Feuer eingehen, ewig darin zu bleiben; und für ihn gibt es schmachvolle Strafe.” (an-Nisā, 4:14)
Liebe Muslime!
Gehorsam gegenüber Allah erfordert auch Gehorsam gegenüber Seinem Gesandten. Denn durch die Propheten macht Allah sich Seinen Dienern bekannt, durch sie wird Sein Buch verkündet und ihnen werden Sein Paradies und Seine Hölle kundgetan. In der Sure an-Nisā, Ayat 80, erklärt Allah Taʿālā: „Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht Allah.”
Unser Prophet (s.a.w.) ist ein Diener Allahs, Sein Gesandter und der höchste Repräsentant des Islam. Sein Charakter ist der Koran. Seine Worte und Taten stehen unter der Aufsicht Allahs und geschehen mit Seiner Erlaubnis. Er ist das vorbildliche Beispiel für die praktische Umsetzung des edlen Korans. Auch seine Anordnungen entsprechen dem Geist des edlen Korans, sind nicht nur auf seine eigene Zeit beschränkt und gelten zu allen Zeiten. Denn ihm wurde die Befugnis zur Auslegung des Korans verliehen, und er wurde mit Weisheit gelehrt. Wenn man den Hadithen aus zuverlässigen Quellen keinen Glauben schenkt, und sich unter dem Vorwand, sich allein auf den Koran zu stützen, den Propheten nur als einen Mittler betrachtet, öffnet man den Unglauben und der Gottlosigkeit Tür und Tor. Denn der Islam ist die Religion des Lebens, die durch Allahs Offenbarung entstand und durch die Erläuterungen und Umsetzung durch Seinen Gesandten vervollständigt wurde.
Unser Prophet (s.a.w.) sagte in einem edlen Hadith: „Ich werde am Tag der Auferstehung der Sayyid (der Führer) der Kinder Ādams sein - der Erste, dessen Grab sich öffnet, der Erste, der Fürsprache einlegt, und der Erste, dessen Fürsprache angenommen wird.” (Muslim, 2278) Einem solchen Propheten zu gehorchen, ist zweifellos die größte Ehre.
In dem folgenden Koranvers gebietet uns Allah Taʿālā, in allen Angelegenheiten dem Propheten zu folgen. Darin heißt es: „(O Mein Gesandter!) Sprich: ,Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir, damit Allah euch liebt und euch eure Sünden vergibt.’” (Āl Imrān, 3:31)
Die erste Quelle des Islam ist der Koran, die zweite die Sunna. Die edlen Hadithe gelten als Auslegung des Korans. Den Koran anzuerkennen, die Sunna und die Hadithe jedoch nicht, hieße, dem Koran die Stütze zu entziehen. Denn es ist unser Prophet, der uns den Koran überbracht hat.
Wer die Worte „Lā ilāha illallāh” nicht mit „Muhammadun Rasūlullāh” verbindet, gilt religiös gesehen nicht als gläubig. Denn „Muhammadun Rasūlullāh” ist ebenfalls ein Koranvers (Al-Fath, 48:29).
Ich möchte meine Hutbe mit einem Koranvers beenden: „Aber nein, bei deinem Herrn! Sie werden nicht glauben, bis sie dich über das richten lassen, was zwischen ihnen vorgefallen ist, und dann in sich keine Bedenken gegen das empfinden, was du entschieden hast und sich in voller Ergebung unterwerfen.” (An-Nisā, 4:65)